Schafhaltung  und Schafzucht

Oft werden wir  auf Märkten und Ausstellungen gefragt, wie man Schafe halten kann und was bei der Zucht  zu beachten ist. Was sollte man grundsätzlich wissen?

 

Hier einige Vorbemerkungen zur Koppelschafhaltung:

Zunächst mal: Das Schaf ist ein Herdentier. Es sollte also 

möglichst nicht allein gehalten werden. Ein Unterstand ist für 

die Schafe als Wetterschutz wünschenswert.

Die Schafe sollten täglich besucht werden.

Nicht ohne Grund steht in der Bibel:  

„Das Auge des Herrn mästet das Vieh.“

 

Zäune:

Das Gelände sollte mit verzinktem oder kunststoffummantelten Maschendraht eingezäunt sein. Elektronetze oder Litze mit Impulsgeber und Autobatterie (12 V) sind vor allem beim Abhüten fremder Weiden vorteilhaft. Sie eignen sich auch gut zum Portionieren der fest eingezäunten Weiden. So erhalten die Weiden eher die Möglichkeit zur Regeneration. Außerdem wird der Infektionsdruck durch Parasiten vermindert.

Merke: „Gute Zäune machen gute Nachbarn!“

 

Ernährung:

Natürlich fressen die Schafe das Gras, die Kräuter und Baumsämlinge. Manche Fuchsschafe fressen auch frische Disteln oder Brennnesseln. Wenn die Brennnesseln gemäht wurden und getrocknet sind, werden sie von allen Schafen gern gefressen.

Auf einem Hektar Wiese kann man ca. 8 Mutterschafe mit Nachzucht halten und Heu gewinnen. Auf jeden Fall ist den Schafen Mineralfutter in Form von Lecksteinen oder als Granulat in einer Schüssel anzubieten, die zweckmäßigerweise in einem alten Autoreifen liegt. Granulat sollte nur bei trockenem Wetter in der Schüssel angeboten werden; sonst in einem ausgeschnittenen  Kanister, der an die Wand genagelt wurde. Mineralfutter für Rinder darf keinesfalls an Schafe verfüttert werden.

Etwa 6 Wochen vor der Lammung sollten die Schafe ein Gemisch aus Hafer, Sojaschrot und

Melasseschnitzel erhalten, da sonst die Lämmer klein bleiben. Die Mischung kann auch durch industriell hergestelltes Kraftfutter ersetzt werden. Runkelrüben, Biertreber und Apfeltrester können auch verfüttert werden

Grundsätzlich ist jede Futterumstellung bei Schafen allmählich zu vollziehen, damit sich die Bakterienflora umstellen kann.

 

Pflege:

Schafescheren, Klauenpflege, Parasitenbekämpfung kann der Anfänger bei erfahrenen Schafhaltern oder bei Kursen des Landesschafzuchtverbandes lernen.

Mindestens einmal im Jahr sind die Schafe zu scheren. Das geschieht meistens im Frühjahr. Kommen die Schafe im Winter in den Stall, empfiehlt sich vorher eine Schur. Sollte die Rückseite der Schafe durch Kot verschmutzt sein, so muss diese Wolle auch abgeschoren werden. Am besten schert man die Schafe schon zu Beginn des Frühjahrs aus.

Ungefähr dreimal im Jahr sind den Schafen die Klauen zu schneiden. Hierzu verwendet man ein Hufmesser oder eine Klauenschere. Für das Schaf ist es wünschenswert, wenn der Klauenschnitt unblutig erfolgt. Sollte doch Blut rinnen, keine Angst! Das Schaf nimmt das nicht übel. Es leidet still. Nach dem Schnitt werden die Klauen desinfiziert. Hierfür kann man ein Mittel aus einer Sprühdose verwenden oder Buchenholzteer auftragen. Pinseln mit einer Zinksulfatlösung oder Eintauchen der Hufe ist auch möglich. Wirkungsvoll ist eine mit Zinksulfatlösung gefüllte Durchlaufwanne, durch die die Schafe getrieben werden.

Bei hartnäckigen Klauenproblemen ist es am besten, die Schafe 45 Min. in eine Wanne mit 10 cm hoher Zinksulfatlösung zu stellen.

Der gesunde Wurm im gesunden Schaf!

Wurmfreie Schafe gibt es wohl nicht. Damit die Schafe und Lämmer nicht abmagern, müssen sie gegen Würmer behandelt werden. Geeignete Wurmmittel gibt es beim Tierarzt. Boli werden mit dem Pilleneingeber verabreicht, Flüssige Mittel mit der Einwegspritze ohne Kanüle ins Maul oder mit Kanüle unter die Haut oder in den Muskel. Wurmmittel als Pellets zu geben, ist zwar möglich, aber es lässt sich nur schwer feststellen, wie viel vom Mittel das einzelne Schaf aufgenommen hat.

Gegen Außenparasiten (Schaflausfliegen, Goldfliegen, Haarlinge) kann man Spritzen geben, aber auch mit der Gartenspritze oder durch Aufgießen eines Mittels gegen die Lästlinge vorgehen.

 

Zucht:

Schafzucht erfolgt nach bestimmten Zuchtzielen; die rassetypischen Merkmale sind anzustreben. Die Mutterschafe werden nach der äußeren Erscheinung, der Wolle und der Bemuskelung ausgewählt und beurteilt, die Zuchtböcke ebenfalls.

Der Bock ist die halbe Herde.

 

Die Herdbuchzucht wird durch den Landesschafzuchtverband betreut. der sich über neue Mitglieder freut. Mitglied kann auch werden, wer keine Herdbuchzucht betreibt. Der Landesschafzuchtverband  berät und informiert die Schafhalter. 

 

Die Anmeldung der Schafe bei der Tierseuchenkasse über die jeweilige Kreisverwaltung ist gesetzlich vorgeschrieben.

 

Was braucht man zur Schafhaltung ?

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Weitere Informationen

... gibt es in den Broschüren des A I D, "Gesunde Schafe" (mit Literaturliste), "Parasitenbekämpfung bei Schafen", oder auch "Klauenpflege bei Schafen".

Aktuelle Informationen, Fachartikel und Termine werden (vierzehntägig) in der Fachzeitschrift für die Schaf- und Ziegenhaltung "Deutsche Schafzucht" veröffentlicht.